Darueber, waehrend der Schwangerschaft fit und aktiv zu bleiben, wird heute sehr viel gesprochen. Ich sehe staendig Social-Posts von werdenden Mamas, die trainieren und aktiv bleiben und darueber sprechen, wie gut sie sich innerlich fuehlen. Und ehrlich gesagt bin ich oft beeindruckt, wie stark und gesund so viele Frauen dabei auch aeusserlich wirken.
Es ist inzwischen fast ungewoehnlich, eine werdende Mama zu treffen, die lieber nur Junkfood essen oder die meiste Zeit auf dem Sofa verbringen moechte und dabei ungesund viel Gewicht zunimmt.
Stattdessen sehen wir Google-Suchen wie: Welche Uebungen sind in der Schwangerschaft sicher? Wie kann ich nur am Bauch zunehmen? Oder: Darf ich in der Schwangerschaft Kniebeugen und Ausfallschritte machen?
Der Wunsch, waehrend der Schwangerschaft fit und gesund zu bleiben, waechst immer mehr. Und ich kann dir sagen: Es ist absolut moeglich.
Schon bevor ich schwanger wurde, war ich fest davon ueberzeugt, dass Bewegung und ein gesunder Lebensstil wichtig sind und dass sich das, was wir unserem Koerper geben, auch aeusserlich zeigt. Deshalb wollte ich das unbedingt weiterfuehren. Meine Mutter und meine Schwiegermutter sagten staendig, ich solle es ruhiger angehen lassen, nicht uebertreiben, das Fitnessstudio sei schlecht in der Schwangerschaft und ich koennte dem Baby schaden. Tatsaechlich haben mir aber alle Aerzte Bewegung empfohlen. Ich bin waehrend des Schreibens dieses Artikels 35 Wochen mit meinem ersten Kind schwanger und konnte weiterhin ins Studio gehen, Cardio machen, Kniebeugen und Pilates absolvieren, und ich fuehle mich grossartig. Musste ich langsamer werden und mein Tempo anpassen? Auf jeden Fall. Aber das hat mich nicht aufgehalten. Waehren des groessten Teils meiner Schwangerschaft konnte ich an meiner Routine festhalten, und ich hoffe, das bis zur Geburt zu schaffen.
Deshalb moechte ich ein paar der Tipps mit dir teilen, die mir geholfen haben, waehrend der Schwangerschaft aktiv und gesund zu bleiben. Vielleicht inspirieren und motivieren sie dich ebenfalls.
1 | Lass dich inspirieren.
Was inspiriert dich? Mich motivieren Posts anderer Frauen, die waehrend ihrer Schwangerschaft fit und aktiv bleiben. Es geht dabei nicht darum, mich mit anderen zu vergleichen. Aber wenn ich sehe, wie gut andere werdende Mamas aussehen, wie gut sie sich fuehlen und wie positiv ihre Schwangerschaft verlaeuft, dann denke ich mir: Wenn sie das schaffen, dann kann ich das auch.
Auch die richtige Activewear spielt eine Rolle. Kleidung, die bequem, leicht und stuetzend ist und in der du dich gut fuehlst, kann einen grossen Unterschied machen. Genau das war fuer mich am Anfang meiner Schwangerschaft eine Herausforderung und auch ein Grund, warum ich selbst ein Produkt entwerfen wollte. Sobald ich etwas entwickelt hatte, das all meine Kriterien erfuellte, fuehlte ich mich noch motivierter, rauszugehen und aktiv zu sein.
Ausserdem inspiriert mich die Natur. Ob ein kurzes Bad am Strand, ein Spaziergang auf einem Naturpfad mit einer Freundin oder einfach nur der Weg ins Fitnessstudio, selbst wenn ich keine Lust habe: Es fuehlt sich gut an, produktiv zu sein, und das spornt mich an, weiterzumachen. Am schwersten war fuer mich immer der Moment, wenn ich mein Training aufgeschoben habe. Dann verlor ich Schwung und fing an, Ausreden zu finden. Aber unter anderen Menschen zu sein und zu sehen, wie alle trainieren, hat mich fast immer motivierter nach Hause gehen lassen, als ich es vorher war.
2 | Finde einen verlaesslichen Trainingspartner.
Bei mir ist das mein Mann, mein Partner in Crime. Er ist der Typ Mensch, der mir ehrlich sagt, wie es ist.
Es wird Tage geben, an denen du einfach keine Lust hast, besonders in der kuehleren Jahreszeit, wenn es draussen schuettet und du dich lieber mit einer Decke an die Heizung kuscheln willst. Aber ich bin viel konsequenter, wenn ich nicht nur mir selbst gegenueber Rechenschaft ablegen muss. Ich bin oft die beste Person darin, mir selbst Ausreden zu liefern. Deshalb kann es hilfreich sein, jemanden an deiner Seite zu haben, der erkennt, wann eine Ausrede wirklich nur eine Ausrede ist und wann du tatsaechlich eine Pause brauchst.
3 | Finde heraus, wo deine Grenzen liegen. Und wo nicht.
Wenn du schwanger wirst, ist es leicht, auf all die Stimmen anderer Frauen zu hoeren, die genau zu wissen scheinen, was man tun oder lassen sollte. Viele sagen dann schnell, das Fitnessstudio oder Krafttraining seien in der Schwangerschaft gefaehrlich. Fruehere Generationen hatten oft andere Vorstellungen, und natuerlich muessen sich einige Dinge in deiner Routine veraendern. Aber schwanger zu sein bedeutet nicht automatisch, dass du fuer die naechsten neun Monate nur noch die Fuesse hochlegen sollst. Musst du besser darauf achten, dich nicht zu ueberfordern? Ja. Musst du bestimmte Dinge daran aendern, wie du aktiv bleibst? Auch ja. Aber es gibt keinen Grund, Bewegung komplett aufzugeben, solange dein Arzt nichts anderes sagt. Entscheidend ist, schon vor der Schwangerschaft eine gute Fitnessbasis aufgebaut zu haben und diese dann waehrend der Schwangerschaft so gut wie moeglich zu erhalten. Wenn du dich gesund fuehlst, lass dir von anderen nicht einreden, dass du aufhoeren musst. Sprich offen mit deinem Arzt darueber, welche Bewegung du gern beibehalten moechtest, und nutze sein gruens Licht als Rueckhalt, falls andere dir einreden wollen, du seist leichtsinnig.
4 | Achte auf genug Fluessigkeit.
Hydration beginnt nicht erst damit, dass du deine Wasserflasche mit ins Studio nimmst. Trink schon direkt nach dem Aufstehen ein grosses Glas Wasser. Denk auch waehrend des Trainings daran, genug zu trinken, selbst wenn du befuerchtest, zwischendurch auf die Toilette zu muessen. Ein kurzer Abstecher lohnt sich, wenn dadurch Mama und Baby gesund bleiben. Neben allen gesundheitlichen Vorteilen wirst du mit der Zeit selbst merken, wie sehr du den Unterschied spueren kannst, wenn du genug getrunken hast oder eben nicht. Mach es dir leichter und trag ueber den Tag eine grosse Wasserflasche bei dir, damit du sehen kannst, wie viel du noch trinken solltest, um dein Ziel zu erreichen.
5 | Setze dir realistische Ziele.
Waehren meiner Schwangerschaft war mein Ziel, das Bewegungsniveau zu halten, das ich vor der Schwangerschaft hatte. Trotzdem mussten unterwegs einige Anpassungen gemacht werden. In der 33. Woche hat mir mein Beckenschmerz sehr deutlich gezeigt, dass ich einen anderen Weg finden musste, Beine und Rumpf zu trainieren. Meine Pilates-Lehrerin, die zugleich Physiotherapeutin ist, sagte mir, dass ich im Studio einige falsche Uebungen machte. Wenn ich damit weitermachen wuerde, koennte ich wegen der Schmerzen auf der linken Seite meines Beckens irgendwann kaum noch laufen. Also sollte ich die Gewichte reduzieren und statt Stepper, Crosstrainer und Ausfallschritten mehr auf Fahrrad und Pilates setzen, um Rumpf, Becken und Beine zu staerken. Das Ergebnis: Jetzt bin ich 35 Wochen schwanger, waehrend ich diesen Text schreibe, und habe keine Schmerzen mehr.
Es gibt viele verschiedene Wege, Muskeln zu kraeftigen und zu formen, ohne andere Koerperbereiche unnoetig zu belasten. Aerzte raten ausserdem dazu, in der Schwangerschaft keine vollkommen neue Trainingsart zu beginnen. Gerade deshalb ist es so wichtig, Bewegung schon vor der Schwangerschaft zu einem festen Teil des eigenen Lebens zu machen.
- Emma Sango, Gruenderin und CEO von emamaco, Dezember 2018